Erziehung

Jedes Baby braucht Liebe und Zuneigung. Nur ein Kind, das genug Geborgenheit und Zärtlichkeit bekommt wird zum liebevollen Menschen gedeihen. Ohne Liebe dagegen verkümmert es - körperlich und seelisch. Die Liebe muss jedoch nicht mit Übereifer verwechselt sein. Sie als Mutter und Vater brauchen es wirklich nicht, jeden Wunsch aus den Augen zu lesen, beim jedem Laut aus dem Bettchen zu ihm zu laufen, jedes Spielzeug in das Händchen zu drücken und es pausenlos zu umsorgen. Im Interesse des Kindes und Ihrem eigenen muß es lernen, sich selbst zu beschäftigen. Wenn aus dem hilflosen Säugling ein gesundes ca. 4 Monate altes Baby wird, sollte es folgendes wissen:
- Meine Eltern kommen nicht sofort zu mir, wenn ich quake und quengele. Manchmal müssen sie auch etwas erledigen!
- Spielen bedeutet nicht, es immer mit einem Familienmitglied zu tun. Manchmal kann ich es auch alleine: auch meine Hände oder meine Zehen können für mich sehr interessant sein!
- Auch wenn ich der Mittelpunkt der Familie bin, bedeutet es nicht, dass manchmal ein anderer aus der Familie die wichtigste Rolle spielt!
- Wenn ich ein Spielzeug möchte, muss ich es manchmal durch krabbeln erreichen. Meine Eltern sind nicht dazu da, um mir jede Anstrengung zu ersparen!
 

Wenn ein Baby schreit


Für die Eltern bedeutet der Babyschrei immer Stress und Aufregung. Ein Baby kann nur durch sein Schreien auf sich aufmerksam machen und wenn nichts passiert, fühlt es sich im Stich gelassen. Etwa ab dem 4. Lebensmonat versucht das Baby dieses Mittel, um den Willen durchzusetzen, aber nur dann, wenn es ihm an Zuwendung mangelt. Gehen Sie immer zu Ihrem Kind, wenn es weint! Sie müssen es aber nicht immer auf den Arm nehmen und wiegen, manchmal reicht auch, wenn Sie es ansprechen und es sanft streicheln. Das natürliche Fingerspitzengefühl wird Ihnen helfen, die Unterschiede in den Bedürfnissen Ihres Kindes zu erkennen. Ein Baby schreit jedoch nie ganz ohne Grund - um ihn zu finden, brauchen Sie ein wenig Erfahrung:
SCHMERZEN
- Hat ein Baby Schmerzen, es ist zuerst ein Wimmern zu hören, aus dem dann der Schrei wird. Wenn sich das Schreien hinzieht, sollten Sie nach Ursachen suchen - Zähne, Blähungen, wunder Po.
- Ein intensiver langgezogener Schrei kann plötzliche Schmerzen bedeuten - das Baby kann sich z. B. gestoßen haben.
- Ein sehr schrilles, aufgeregtes Geschrei kann auf starke Schmerzen deuten - z. B. Mittelohrentzündung
PROTEST
- Wenn ein Baby deutliches Protestgeschrei von sich gibt, will es zeigen, dass ihm etwas wirklich nicht passt. Prüfen Sie, worum es sich handeln kann - wurde ihm z. B. die Flasche weggenommen oder wurde es von seinem Lieblingsplatz weggetragen.
HUNGER
- Wenn ein Baby Hunger hat, nörgelt es zuerst und meckert vor sich hin, weil es ihm schlechte Laune bereitet. Sehr schnell verlangt es mit Empörung nach seiner Nahrung.
MÜDIGKEIT
- Klägliche Schreie bedeuten oft, dass das Baby müde ist - auch gefüttert und gewindelt kann es nicht einschlafen und weint.
LANGEWEILE
- Wenn ein Baby sich langweilt, schreit es und ruft nach Gesellschaft: es hat nämlich keine Lust, zu lange allein im Bettchen zu liegen.


Babys brauchen ruhige Mütter!


Die Betreuung eines Babys, vor allem von einem, das öfters schreit, bedeutet immer eine gewisse Belastung für die Nerven der Person, die mit ihm die meiste Zeit verbringt. Desto wichtiger ist es, dass auch der Rest der Familie sich bei dieser Aufgabe beteiligt. Dies entlastet die Mutter und bindet die Familie zusammen, auch für die Großeltern bedeutet es eine schöne Erfahrung, das Enkelkind von Anfang an zu betreuen.Die "Ruhepausen" sind für die Mutter, die sich auch mal um sich selbst kümmern kann, und auch für ihr Kind sehr vorteilhaft - sie kommt entspannter, ruhiger und mit neuer Energie zum Kind zurück. Tipps für das Leben mit kleinen Kindern:
- Gönnen Sie sich ab und zu ein wenig Ruhe: 10 Minuten Mittagsschlaf kann Wunder bewirken, Zeitung lesen oder Nachrichten sehen hilft, sich nicht von der Welt abzuschirmen. Ab und zu eine warme Badewanne statt rascher Dusche bringt Ihnen mehr Entspannung
- Gehen Sie mal ohne Kind aus - ein Kino- oder Theaterbesuch wird Ihnen bestimmt guttun.
- Im Haushalt geben Sie für die Zeit, in der Sie am meisten mit dem Kind beschäftigt sind, ein wenig nach: kochen Sie einfachere Speisen, sehen Sie, was Sie nicht unbedingt machen müssen (z. B. alles bügeln, mehrmals in der Woche einkaufen gehen, Blumen regelmäßig abwaschen etc.). Checken Sie die Wohnung und lassen Sie nur die Sachen stehen, die Sie wirklich brauchen. Andere räumen Sie weg - dadurch behalten Sie einen besseren Überblick. Ordnen Sie den Sachen einen festen Platz zu, es hilft gegen Chaos.
- Schreiben Sie sich immer auf, was Sie zu tun haben - eine Liste macht den Kopf frei. Erledigen Sie die Sachen möglichst gleich, damit sie sich nicht häufen. Das wichtigste: pflegen Sie immer Kontakte mit anderen Müttern. Erfahrungsaustausch, gegenseitige Hilfe und Möglichkeit, mit ihnen die gleichen Probleme zu bereden, ist von unschätzbarem Wert.


Kinder brauchen Grenzen


Fast alle Eltern tragen ein ideales Bild ihrer neuen Rolle in sich. Sie wollen immer verständnisvoll, fröhlich und geduldig sein, rund um die Uhr perfekt. Es ist nicht möglich - und es muss auch nicht sein. Ihre Kinder brauchen keine unrealistischen Personen, die sich zu ihnen anders als zu dem Rest der Welt benehmen. Sie brauchen Mutter und Vater, die vor allem Liebe geben und dem Gefühl vertrauen, dem Kinddas Beste  zu geben, zu dem sie fähig sind, ohne jedoch ein künstliches Szenario abzuspielen. Auch Eltern können Fehler machen und manchmal die Nerven verlieren - sie sind auch nur Menschen, und wenn sie ihre Fehler auch mal zugeben können, bauen Sie die Verbindung mit den Kindern besser auf, als wenn sie ihnen unechten Perfektionismus vorzumachen versuchen.

Strafe

Es ist immer der letzte Schritt. Die Eltern versuchen grundsätzlich, zu dieser Maßnahme nicht zu greifen, sie bauen lieber auf ihre Autorität und Überzeugungskraft. In geduldigen Gesprächen wird versucht, die Gründe für diese oder andere Erziehungsform zu erklären. Wenn die Kinder sich jedoch an die Regel nicht halten wollen, wird zuerst mit einer Strafe gedroht, was vor allem aus eigener Hilflosigkeit kommt. Oft ist die Strafe unvermeidlich, sie muss allerdings direkt im Zusammenhang mit der Tat des Kindes liegen. Es muss dem Kind erklärt werden, warum die Strafe vollgezogen wird. Wenn Sie sich für eine Strafe entscheiden, denken Sie daran, dass sie nicht repressiv, sondern eher edukativ sein sollte.

Keine Schläge!

Ein Klaps ist meistens nicht geplant - die Hand rutscht eher spontan, aus Wut oder Verzweiflung. Die Kinder fühlen keinen besonderen körperlichen Schmerz, denn er wird schnell vergessen, sie leiden dagegen unter der Erfahrung, sich missachtet zu fühlen und Angst zu haben. Vermeiden Sie es. Von Anfang sollten Sie sich innerlich von dem Gedanke, Ihr Kind zu schlagen, distanzieren, denn die Menschen, die grundsätzlich gegen die körperliche Gewalt sind, wenden sie auch nicht an. In den Stresssituationen atmen Sie zuerst durch und stürzen nicht sofort ins Kinderzimmer. Auch wenn es wirklich schwierig ist, versuchen Sie, die Ruhe zu bewahren. Wenn es jedoch trotz allem dazu kommt, dass Ihr Kind ein Klaps von Ihnen bekommt, scheuen Sie sich nicht, ihm die Grunde zu erklären. Es war für das Kind schwierig genug, eine solche Strafe zu ertragen und es soll nicht zusätzlich unsicher bleiben, warum es passierte.

Konsequenz.

Die Kinder beobachten uns sehr genau und sind sehr erfinderisch, wenn es um Grenzentesten geht. Sie versuchen immer wieder, ihre Unabhängigkeit zu beweisen und ihre Freiraume zu vergrößern. Wenn ihr Verhalten ohne Folgen bleibt, entwickeln sie sich zu kleinen Tyrannen, die ein Gefühl von Unbestraffeit haben. Es wird später auch für sie negative Folgen haben, denn sie werden Problem im sozialen Leben (relativ früh in Kontakten mit anderen Kindern) haben. Alle an Kind gesetzte Grenzen müssen jedoch durchgedacht und konsequent beachtet werden. Häufige Änderungen beim Festsetzen und Aufheben der Regeln verunsichern die Kinder.

Ängste

Ängste sind normal - sie sind Teil unseres Lebens und schützen uns vor Gefahren. Ein Kind fürchtet sich vor Dunkelheit, fremden Menschen, Schatten, Wind und tausend anderen Sachen. Es hilft nicht, wenn Sie ihm sagen, dass es kein Grund hat, Angst zu haben - denn ein Kind kann nicht wie Sie "vernünftig" sein. In seiner "magischen" Phase (etwa bis 5. Lebensjahr) sieht es die Welt voller Dinge, die es manchmal erschrecken. Ein mentales Auseinanderhalten kommt für ein kleines Kind noch nicht in Frage. Nur Geduld, Einfühlungsvermögen und Verständnis seitens der Eltern können dem Kind helfen, die Ängste hinter sich zu lassen. Man darf sich auf keinen Fall über die Anwesenheit einer bösen Hexe im Kinderzimmer lustig machen! Viel besser ist es, sie zu vertreiben. Die ist nämlich reell für das Kind und die energische Hilfe von den Eltern empfindet es als Schutz und fühlt sich geborgen. Das Gefühl der Sicherheit und Nähe, die die Eltern ihrem Kind vermitteln, wird ihm helfen, sich aus der unrealistischen Welt der kleinen Dämonen zu befreien. Ernsthafter sind die Trennungs- und Verlassenheitsängste, die normalerweise gegen das 3. Lebensjahr erscheinen. Mit den Belastungen wie Krankheit, Geburt der Geschwister, Streitereien oder Trennungsabsichten der Eltern können die Kinder überhaupt nicht umgehen und wenn sie mit solchen Gedanken allein gelassen werden, können sie auch im späteren Leben die Folgen tragen. Hier ist vor allem viel Zuneigung, Verständnis und Geduld gefragt. Das Kind soll nicht alleine mit seinen Gedanken gelassen werden, denn sie einfach überfordern es. Liebevolle Gespräche, körperlicher Kontakt und Zärtlichkeit helfen ihm, darüber hinweg zu kommen. Sollten sich aber seine Ängste als dauerhaft erweisen,kann es  ratsam sein, einen Psychologen oder Psychotherapeuten um Hilfe zu bitten. Es ist vor allem dann wichtig, wenn die Ängste mit den Eltern zu tun haben und die Zusammenhänge für die Betroffenen schwer zu erkennen sind.

Aggression

Es gibt Kinder, die sich von den anderen durch erhöhte Aggressionen unterscheiden - sie schlagen gerne zu, toben und werden dadurch von den Spielkameraden gefürchtet. Erklären hilf bei denen nicht, die sozialen Kontakte schwanken, denn die anderen lassen sich auch nicht immer alles gefallen. Es muss immer mit den Fragen nach den Ursachen begonnen werden:- Ist Ihr Kind besonderen Belastungen ausgeliefert? Wenn es sie nämlich nicht verkraften kann, kann es aggressiv werden.
- Kann Ihr Kind ein negatives Vorbild haben? Wird es oft mit besonders aggressivem Verhalten konfrontiert?
- Welche Situationen und Umgebung ermutigen Ihr Kind besonders, um aggressiv zu werden? In vielen Fällen, wo Sie sich hilflos fühlen, sollten Sie qualifizierte Hilfe suchen - z. B. Kinderpsychologen oder Psychotherapeuten. Es ist auch wichtig, den Kindern zu gestatten, die Aggressionen dort auszuleben, wo es keinem anderen schadet. Viele Spiele wie Rennen und Toben, später auch bestimmte Sportarten können sehr behilflich sein, weil die völlig verbotenen Aggressionen sich sonst gegen die eigene Person richten könnten. Dies gilt besonders für Mädchen, die zu selbstzerstörerischen Aktionen neigen können.