Ende der Priorisierung Juni 2021

Ab Montag den 07.06.2021 dürfen in den Praxen Impfungen ohne Priorisierung durchführen. Auch für Jugendliche ab 12 Jahre ist der Impfstoff zugelassen. Dennoch: die STIKO wird die Impfung aufgrund der wenigen Daten und des geringen Risikos für die Jugendlichen nicht allgemein empfehlen. Für die Praxen, die schon jetzt an der Belastungsgrenze arbeiten, und zudem über nur wenige Dosen Impfstoff für Erstimpfungen verfügen, wäre es nun wichtig: - dass wir nicht von Anfragen auf allen Kanälen überschwemmt werden. Das lähmt uns sehr und das Wort „Warteliste“ könnte zum Unwort des Jahres werden. - dass persönliche Gründe für eine bevorzugte Impfung nicht vor medizinische Gründe gestellt werden (Urlaub vor Sicherheit der Daten). - dass wir auf Verständnis treffen, wenn wir momentan die wenigen Dosen an chronisch kranke Jugendliche intern priorisieren. - dass die Teams in den Praxen Druck aus der Patientenschaft, so sehr wir ihn teilweise auch verstehen können, nicht leistungsfähiger macht. Wir werden uns in unserer Praxis wie immer an der STIKO orientieren. Sobald es nach Datenlage sinnvoll erscheint und genügend Impfstoff vorhanden ist werden wir mit der größtmöglichen Ausschöpfung unsere Kapazitäten das Impfangebot erweitern. „Ober“ sticht „Unter“. Wissenschaft sticht Gefühl und politische Vorstellungen.

Ihr Kinderarzt

Ralph Köllges

Anbei noch ein hörenswerter Podcast mit dem STIKO Vorsitzenden
https://www.ndr.de/nachrichten/info/podcast4684.html

Auszug aus der KVNO Praxisinformation von 31.05.21:

Wegfall der Priorisierung ab 7. Juni – keine zusätzlichen
Impfstoffdosen für Kinder und Jugendliche
Ab 7. Juni entfällt bundesweit die Priorisierung von Impfberechtigten. Gleichzeitig hat die Politik beschlossen, dass ab 7. Juni auch Kinder und Jugendliche ein Impfangebot erhalten können. Die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) hat dafür am Freitag den Weg freigemacht und die Zulassung des Impfstoffs von Biontech/Pfizer für Kinder und Jugendliche ab zwölf Jahren empfohlen. Es wird mit einer kurzfristigen Entscheidung der Europäischen Kommission gerechnet, die in der Regel den Empfehlungen des europäischen Ausschusses für Humanarzneimittel folgt. Die Wirksamkeit sei vergleichbar oder sogar besser als bei Erwachsenen, sagte EMA-Impfstoffexperte Marco Cavaleri. Eine Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO) steht indessen noch aus. Sie hat bislang lediglich angedeutet, den Impfstoff womöglich nur für vorerkrankte Kinder zu empfehlen. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn sagte dazu gestern in der Sendung „Anne Will“, das Votum der STIKO sei eine „Empfehlung“. Sobald die Kommission den Impfstoff für diese Altersgruppe offiziell freigebe, könne er auch entsprechend verimpft werden.


„Verlässlichkeit sieht anders aus“
Auf ihrem Impfgipfel beschlossen Bund und Länder in der vergangenen Woche, dass für die Impfung der Kinder und Jugendlichen keine zusätzlichen Impfstoffdosen bereitgestellt werden. Das bedeutet, dass die Zahl der Menschen, die sich die geringen Impfstoffdosen teilen müssen, ab 7. Juni noch größer sein wird. Der Vorstandsvorsitzende der KV Nordrhein, Dr. med. Frank Bergmann, befürchtet, dass die Patienten ihren Ärger an den Praxisteams auslassen werden: „Die Politik hat sich hier einmal mehr als beratungsresistent erwiesen. Wir haben mehrfach davor gewarnt, dass es hierdurch zu einem Sturm auf die Praxen kommen wird. Das scheint der Politik egal zu sein. Da hilft es auch nichts, zu beteuern, dass nicht jeder sofort einen Impftermin erhalten kann. Das Windhundrennen ist eröffnet – und die Praxen müssen es ausbaden“, so Bergmann.
Weitere Fragen und Antworten rund um das Thema Corona und zur Corona-Schutzimpfung finden Sie auf coronavirus.nrw sowie auf coronaimpfung.nrw.